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2008 wurden – nach langer Vorlaufzeit – die sechs auf dieser Website beschriebenen „Siedlungen der Berliner Moderne“ gemeinsam als UNESCO-Welterbe eingetragen. Sie dürfen damit als Berlins wichtigster Beitrag zur internationalen Architekturgeschichte gelten. Darüber hinaus verfügt Berlin aber noch über zwei weitere Welterbestätten, nämlich die "Berliner Museumsinsel" und die "Preußischen Schlösser und Gärten" in Potsdam und Berlin. Damit zählt Berlin zu dem recht kleinen Kreis der Metropolen, die über gleich drei UNESCO-Welterbestätten verfügen. Deutschlandweit gibt es 46 Welterbestätten (Stand 2020).

Zwei weitere Berliner Themen- und Baukomplexe haben das Potenzial, ebenfalls Eingang in die UNESCO-Welterbeliste zu finden. Beide haben klare Bezüge den Siedlungen der Berliner Moderne: Der erste Kandidat sind die Bauten und Anlagen der ab Mitte des 19. Jahrhunderts boomenden Elektropolis Berlin. Die im Zuge der Entwicklung zur Industrieregion entstandene Wohnungsnot ist Teil der Vorgeschichte, die 1920 zur Gründung der Einheitsgemeinde von Groß-Berlin und dem Bau der Siedlungen führte.

Der zweite Welterbe-Kandidat läuft unter dem Arbeitstitel "Das doppelte Berlin". Hiermit ist die städtebauliche Konkurrenz zwischen den einstigen Ost- und Westteilen Berlins zur Zeit des Kalten Krieges gemeint. Die im ehemaligen Osten entlang der Karl-Marx-Allee entstandenen Bauten führten 1957 im Westteil zum Bau des Hansaviertel und der Ausrichtung einer prominent besetzten Internationalen Bauausstellung. Die hier von den Architekten zugrunde gelegten städtebaulichen und ästhetischen Ideale folgen den Prinzipien des International Style und sind quasi eine Weiterentwicklung von bereits beim Bau der Welterbe-Siedlungen erprobten Prinzipien. Eine erfolgreiche Eintragung dieser beiden Welterbe-Kandidaten würden somit auch dazu beitragen, Berlins Bedeutung als Metropole einer facettenreich viermittelbaren Architekturmoderne zu untermauern. Mehr Infos dazu finden sich im Kapitel Stadt-Geschichte.

Daneben ist es aber auch möglich, dass sich verschiedene Städte oder Gemeinden zusammentun, um bei der UNESCO ein Sammelantrag vorzuschlagen. So umfasst beispielsweise das UNESCO-Welterbe "Das Bauhaus und seine Stätten" sowohl Gebäude in Weimar und Dessau, als auch einen Bau in dem im Berliner Umland gelegenen Ort Bernau. Außerdem ist es möglich, so genannte Arrondierungen vorzuschlagen. Hierunter versteht man die Hinzunahme weiterer, ideen- und baugeschichtlich eng verwandter Objekte zu einem bereits bestehenden UNESCO-Welterbe. Hierbei könnten die sechs "Siedlungen der Berliner Moderne" etwa eines Tages durch die Waldsiedlung Zehlendorf oder auch die unter dem Baustadtrat Ernst May entstandenen Bauten des "Neuen Frankfurt" erweitert werden – eine Option, die von der Stadt Frankfurt aktuell erwogen wird (Stand Februar 2021).

Welterbe-Urkunde der UNESCO, Quelle: Senatsverwaltung Berlin. Weitere Unterlagen zur Nominierung finden sich auf der englischsprachigen Unterseite zu den Siedlungen auf www.unesco.org