Gedenken an die Opfer des NS-Staats

Wer aufmerksam durch Berlin läuft, findet sie immer wieder: Gelblich glänzende, etwa 10 x 10 cm große quadratische Pflastersteine aus Messing. Sie sind im Gehweg verlegt und sollen an die Menschen erinnern, die von den Nazis aus ihren Häuser und Wohnungen gezerrt, gewaltsam in Konzentrationslager gebracht und dort ermordet wurden. Die meisten dieser sogenannten "Stolpersteine" verweisen auf die Deportation von Menschen jüdischer Abstammung. Es gab jedoch auch andere Gruppen, die von den Nazis verfolgt wurden. Zu Ihnen zählten auch Kommunisten und politische Widerstandskämpfer. Gerade letztere lebten des Öfteren in den Welterbe-Siedlungen, deren Entstehung auch das Ergebnis einer linksgerichteten Politik war. Ein bekannter Oppositioneller war etwa der linke Publizist und Anarchist Erich Mühsam, der 1933 aus seinem Haus in der Hufeisensiedlung deportiert wurde. Die Initiative und Idee zu den Stolpersteinen geht auf den Künstler Gunter Demnig zurück, der das Projekt 1992 ins Leben rief. Stolpersteine wurden in rund 24 europäischen Ländern verlegt.


Aufgaben zum Thema

  • Aufgabe 1: Recherchiert oder schaut vor Ort, ob auch in den Welterbe-Siedlungen Stolpersteine verlegt sind. Sucht euch je eine Biografie heraus und schaut, ob ihr im Internet weitere Infos zu der Person findet, und stellt sie euch gegenseitig vor.
  • Aufgabe 2: Recherchiert, welche berühmten Architekten zur Nazi-Zeit Berufsverbot bekamen oder ins Exil gingen. Wohin gingen sie und wie konnten sie ihre Arbeit fortsetzen?
Stolperstein für Gertrud Seele im Bereich der Britzer Hufeisensiedlung, Foto: BB
Gedenkstein für Erich Mühsam, Foto: BB